Vorstellung des Buches ...
Olivia Judson -
"Die raffinierten Sexpraktiken der Tiere"
Fundierte Antworten auf die brennendsten Fragen:
Warum es sich lohnt, den Partner zu verspeisen
Wann sich ein Geschlechtswechsel empfiehlt
Wie man jungfräulich schwanger wird
Was Sie schon immer über tierisch guten Sex wissen wollten.
Warum braucht
die männliche Fruchtfliege drei Wochen, um ein einziges Spermium zu produzieren,
das dann zwanzig Mal länger ist als sie selbst?
Wann ist Nekrophilie eine akzeptierte Form der Fortpflanzung?
Weshalb lassen männliche Bienen ihre Penisse im Körper der Königinnen stecken?
Und stimmt es wirklich, dass bestimmte Insektenmännchen ihre Weibchen zehn
Wochen lang am Stück begatten?
Olivia Judson alias Dr. Tatjana kennt die Antwort auf all diese Fragen.
In ihrem Sexratgeber der anderen Art enthüllt sie alle nur erdenklichen
Spielarten der Fortpflanzung aus dem Reich der Tiere und liefert dabei sowohl
eine spannende und lehrreiche Lektion aus der Evolutionsgeschichte als auch eine
unglaublich unterhaltsame und urkomische Lektüre.
Leseprobe - Ein Leserbrief:
Liebe Dr.
Tatjana,
ich gehöre der Mottenart Pseudaletia unipuncta an und bin auf einem Ohr taub
geworden.
Ich habe gelesen, das sei die Folge von zu viel Sex.
Leider bin ich noch (schluchz) Jungfrau. Also, was geschieht hier mit mir?
Pikiert in Darién
Antwort:
Seien Sie versichert, daß kein Grund zur Besorgnis vorliegt. Es verhält sich nur
so,
dass Ihr Innenohr Schauplatz einer heißen inzestuösen Orgie ist.
Folgendes ist geschehen: Als Sie eines Abends an einer Blüte Halt machten, um
ein bisschen Nektar zu nippen, kletterte eine Milbe an Ihrer Zunge hinauf, als
wäre sie eine Leiter. Als sie Ihr Gesicht erreichte, krabbelte sie in die
äußeren Kavernen Ihrer Ohren. ... Sie begab sich zu der zarten Membran - dem
Trommelfell - die Innenohr und Außenohr voneinander trennt und durchbohrte sie.
Damit nahm sie Ihnen auf immer die Fähigkeit, mit diesem Ohr zu hören. Nachdem
sie sich dort eingerichtet und einen kleinen Imbiss - tut mir leid - von Ihrem
Blut zu sich genommen hatte, begann sie ihre Eier zu legen, ungefähr achtzig an
der Zahl. Zwei Tage später schlüpften die kleinen Milbenlarven, indem sie sich
rückwärts aus den Eierschalen herauswanden. Zuerst kamen sie Männchen zum
Vorschein, dann deren Schwestern. Die Männchen wuchsen rascher heran als die
Weibchen, bereiteten einen der inneren Gänge Ihres Ohres als Schlafgemach,
trugen ihre schwesterlichen Bräute dort hinein und halfen ihnen sogar aus ihren
alten Häuten, als sie ihre endgültige Form annahmen.
...
Trotzdem schulden Sie ihnen Dank. Die erste Milbe hat offenbar eine Art Spur
zurückgelassen, denn wenn sich eine zweite oder dritte Milbe bei Ihnen
einnistet, begibt sie sich in das bereits geschädigte Ohr. Tatsächlich quillt
Ihr taubes Ohr bereits von Bewohnern über. Lieber verlässt die Milbe Sie wieder
und wartet auf eine andere Motte, als Sie völlig taub zu machen für das
Ultraschallgequieke der Fledermäuse.
Das ist nur vernünftig: Wenn Sie sterben, ist es auch mit dem Leben der Milben
vorbei.
Liebe Dr. Tatiana,
ich habe noch nie im Leben einen solchen Brief geschrieben, was vermutlich ein Satz ist, den Sie in vielen ihrer Leserbriefe finden können, was wahrscheinlich ein Nachsatz ist, den Sie ebenfalls in vielen ihrer Briefe lesen, was ein … aber egal.
Ich bin ein Weibchen der Gattung homo sapiens sapiens, was ich eigentlich nur nebenbei und der Vollständigkeit halber erwähnen möchte, weil ich weder nennenswerte Probleme mit meinem Sexualleben noch mit meinem Männchen habe, sondern Ihnen eigentlich nur meine Hochachtung ausdrücken und erwähnen möchte, wie toll ich die Idee der Aufbereitung ihres Buches „Dr. Tatiana´s Sex Advice to all Creation“ (in meiner Sprache: „Die raffinierten Sexpraktiken der Tiere“) finde.
Also,
in der Tradition, wie wir alle aus dem Film "Schlaflos in Seattle" kennen, meine
Hochachtung,
Belustigt und begeistert in Wien