FGM = Female Genital Mutilation

(weibliche Genitalverstümmelung)
 

Die WHO unterscheidet 4 Formen:
Zwischen der schwersten und der leichtesten Form gibt es jegliche Abstufungen.

Schon bei der leichtesten Form nimmt man der Frau jegliche Lustempfindung,
indem "nur" der Kopf der Klitoris abgeschnitten wird.

Die schwerste Form beinhaltet die Entfernung der gesamten Klitoris und der äußeren und inneren Schamlippen und danach wird die Scheidenöffnung bis auf ein kleines Loch für Urin und Menstruationsblut zugenäht, sodaß eine glatte Oberfläche entsteht.

Die Folge sind ausnahmslose Schmerzen beim tröpfchenweisen Urinieren, erschwerte Bedingungen bei der Menstruation, die nicht abfließen kann und natürlich unsagbare Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (in der Hochzeitsnacht wird die Narbe gewaltsam, oft mit einem Messer, geöffnet.) und beim Kinder gebären.
Dabei sind natürlich die weitreichenden psychischen Probleme und die unvermeidbaren gesundheitlichen Folgen nicht berücksichtigt.

Durchgeführt im Geheimen meist von einer älteren Frau, ohne Betäubung in irgendeiner Weise, unter unhygienischen und unsterilen Zuständen,
möglicherweise mit einer Rasierklinge oder einer scharfen Scherbe.
Viele verbluten dabei.
 

In vielen, vorwiegend afrikanischen, Ländern haben unbeschnittene Frauen oft keine Chance auf einen Ehemann, da sie in der Gesellschaft als unrein gelten.

So genannte Prediger stützen sich angeblich auf den Koran, doch im Koran ist FGM nicht erwähnt. Nur in 2 Hadithen beschäftigen sich mit FGM, die jedoch als schwach eingestuft werden, (Hadithen sind Schriften, die durch Mundpropaganda überliefert wurden, bevor sie aufgeschrieben wurden; bestehen jedoch Zweifel an der Seriosität der Überlieferer dann ist das Hadith ein schwaches Hadith und gilt nicht als islamisches Recht. Die Hadithen über FGM gelten als schwach.)
Doch die Mehrheit der Bevölkerung glaubt den Predigern und können es selbst nicht überprüfen, da sie nicht lesen können.

FGM wird oft auch als Ritual zur Aufnahme ins Erwachsenenleben praktiziert (Hintergrund wie bei der männlichen Beschneidung), wobei die männliche Beschneidung ausschließlich hygienische Folgen hat und mit der Qual der weiblichen Genitalverstümmelung nicht zu vergleichen ist.

Ein weiteres großes Problem ist die Unwissenheit und der Aberglaube:
Viele glauben, dass unbeschnittene Frauen keine Kinder bekommen können.
In der Gesellschaft wird nicht darüber gesprochen.
Die Männer betrachten diese Dinge als Frauenthemen und beschäftigen sich nicht weiter damit.  - Aufklärung ist also sehr wichtig, vor allem die der Männer.

 

FGM ist kein Problem, das sich auf Afrika beschränkt,
in Europa werden jährlich Tausende Mädchen Opfer einer Genitalverstümmelung.
Viele fahren auf "FGM-Ferien" in ihr Heimatland.
FGM ist laut europäischen Strafgesetzbüchern eine Körperverletzung,
wird aber ausschließlich in Frankreich als Verbrechen angesehen und verfolgt.

 

(Text gestützt auf "Schmerzenskinder" von Waris Dirie,
Frau, Nomadin, Tochter, Mutter, Supermodel, UN-Sonderbotschafterin)

 

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