Die Namen aller Beteiligten wurden geändert.
Die Geschichten sind teilweise fiktiv und etwaige Parallelen
und Übereinstimmungen mit bekannten Personen oder Ereignissen
sind rein zufällig und nicht beabsichtigt!
Fünf D - Schularbeiten zu
den Themen Utopie, Innerer Monolog, Charakteristik
und eine englische Horrorstory
Erster Themenblock
1. "Utopische Erzählung"
2. "Innerer Monolog"
3. "Poetische Charakteristik"
Thema 1: "Auf Peacemac"
Es geschah vor 3 Jahren. Ich
war gerade 12 Jahre alt, und mußte einen Aufsatz schreiben, zu dem mir nichts
Rechtes einfiel. Ich starrte auf die paar Zeilen vor mir auf dem Papier. So saß
ich einige Minuten da. Dann hob ich den Kopf und erschrak. Vor mir auf dem
Schreibtisch hockte ein kleines, rosafarbenes Männchen und blickte mich
nachdenklich an. Es hatte grüne, lange Haare, einen kleinen blauen Mund, dunkle
Augen und buschige Augenbrauen. Aber ihm fehlten die Ohren und die Nase. Es
fixierte mich mit den Augen und bewegte den Mund, als ob es etwas wollte. Ich
meinte: "Ich kann dich leider nicht verstehen." Das Männchen hob ratlos die
Augenbrauen, doch dann erhellte sich sein Gesichtchen. Es kam auf mich zu und
berührte meinen Arm. Eine Hitzewelle durchströmte meinen Körper, doch plötzlich
konnte ich mit dem Männchen sprechen.
Es erklärte mir: "Ich komme vom Planeten Peacemac*. Wir können uns mit
besonderen Funksatellitgeräten in euren Rundfunk einschalten. Da hören wir immer
etwas von Waffen wie zum Beispiel Atombomben und Gasraketen. Ich bin gekommen,
um diese Waffen zu holen. Wir wissen eigentlich gar nicht, was Waffen sind, aber
wenn es die Menschen auf der ganzen Erde verwenden, kann es nur gut sein." "Wenn
du wüßtest!", dachte ich mir. "Es darf nicht passieren, daß auch auf Peacemac
Krieg ausbricht", sagte ich laut. "Krieg, was ist das?", fragte das Männchen.
"Da bringen Menschen Menschen um.", antwortete ich ihm. "Was?", fragte das
Männchen entgeistert. "Ja", meinte ich, "es stimmt." "Du darfst diese Waffen nie
mitnehmen und verwenden. Euer ganzer Planet wird sonst ausgerottet!" Das
Männchen faßte sich langsam wieder. "Darf ich denn wenistens dich mitnehmen?",
fragte es. "Meine Leute wären sehr traurig, wenn ich ohne irgendetwas
wiederkäme." Ich überlegte nicht lange. "Gut", sagte ich, "ich komme mit." Das
Männchen strahlte. "Aber ich muß am Abend wieder zurück sein", setzte ich noch
hinzu. "Du willst wieder zurück auf diesen Planeten?" war das Männchen erstaunt.
"Es ist mein Heimatplanet und ich hätte sicher Heimweh", antwortete ich ihm.
"Hättest du nicht Heimweh?", fragte ich noch. "Doch", mußte das Männchen zugeben
und hatte es plötzlich sehr eilig.
Also flogen wir ab. Das Raumschiff glich einer riesigen Blume. Wir flogen mit
Lichtgeschwindigkeit nur etwas über 20 Minuten bis Peacemac. Auf dem Weg
erzählte mir das Männchen viel über seinen Planeten. Diesen Beschreibungen nach
mußte er sehr schön sein. Aber ich war doch sehr erstaunt, als wir schließlich
ankamen. Peacemac bestand nur aus Frieden und Blumen. Blumen, Blumen. Blumen
überall. Das Männchen, das mich besucht und hergebracht hatte und welches die
anderen Lilo nannten, erklärte mir, daß diese Blumen nie verwelken würden, wenn
man sie entsprechend behandelte. Die andern Männchen, die Lilo ziemlich ähnlich
sahen, aber meist von etwas hellerer Farbe waren, bewirteten mich. Sie kannten
keine Angst, keinen Streit und vor allem keinen Neid. Jeder gönnte jedem alles.
Mir gefiel es so gut bei ihnen, daß ich für immer auf Peacemac bleiben wollte,
und die Männchen luden mich auch dazu ein. Doch nach einigen Wochen, jedenfalls
kam es mir so lange vor, bekam ich Heimweh, und ich ersuchte das Männchen Lilo,
daß es mich zurück auf die Erde bringen sollte. Alle waren sehr traurig, als ich
abflog, und schenkten mir zum Abschied eine schöne rosafarbene Blume und sagten,
ich sollte nur ja gut auf sie achtgeben, denn solange diese Blume noch frisch
sei und nicht verwelkte, würden sie immer irgendwie mit mir in Verbindung
stehen. Dann brachte mich mein Männchen zurück auf die Erde. Es winkte mir zu
und lächelte. Im gleichen Moment fand ich mich an meinem Schreibtisch sitzend
wieder, immer noch den Füller in der Hand. Allerdings war die Tinte ganz
eingetrocknet. Ich senkte den Kopf und starrte auf die paar Zeilen meines
Aufsatzes. Als ich ihn wieder hob, fiel mein Blick auf die rosa Blume in meiner
Hand. Ich runzelte die Stirn und sah sie nachdenklich an. Plötzlich schien
es mir so, als zwinkerte mir die Blume zu. Ich lief zum Fenster und fand auf dem
Fensterbrett ein Büschel grüner Haare.
Heute bin ich 15 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob dies alles wirklich passiert ist.
Aber die Blume ist noch nicht verwelkt. Jedes Jahr um die gleiche Zeit, nämlich
genau um die Zeit meines Ausfluges nach Peacemac herum, blüht sie richtig auf.
Und in dieser Zeit habe ich manchmal das Gefühl beobachtet zu werden.
* Anm.: Peacemac ist
eine Wortschöpfung aus dem englischen Wort für Frieden und dem fiktiven Planeten
"Melmac", von dem, wie allgemein bekannt, der Außerirdische "Alf" stammt
(eine Serie, die damals gerade neu im Fernsehen lief)
Thema 2: "In guten, wie in schlechten Zeiten"
Jetzt ist es
schon sieben und er ist immer noch nicht da. Was ist bloß los mit ihm? Gestern
hat ihn Peter beim Billard gesehen, und am Montag ist er schon um drei im Park
gesessen. Dabei arbeitet er doch bis vier. Sechs Wochen geht das schon so, und
in der letzten Zeit wird es immer ärger. Ob er eine andere hat? Oh, mein Gott,
vielleicht will er sich scheiden lassen. Aber wir streiten doch nicht einmal..
Er ist nur immer so unnatürlich ruhig. Gar nicht so, wie ich ihn kennengelernt
habe. Immer hat er mich zum Lachen gebracht und... So viel Spaß haben wir
zusammen gehabt. Bis vor sechs Wochen. Da ist er heimgekommen, war völlig down
und wollte nicht erzählen, was los ist. Er behauptet, es ist alles in Ordnung.
Ob er mich nicht mehr liebt? Sonst würde er doch sagen... In guten wie in
schlechten Zeiten, hat der Pfarrer gesagt. Mein Gott, das ist jetzt auch schon
fast wieder ein Jahr her. Vertraut er mir nicht mehr?
Was soll ich jetzt machen? Ich muß es ihm sagen. In spätestens zwei Monaten wird
er es sowieso merken. Warum hab´ ich blöde Kuh bloß die Pille abgesetzt? Ich
hätt´ es besser wissen müssen, jetzt, im aufgeklärten Zeitalter. Jedes Kind weiß
das, aber ich bin ja anscheinend sogar für Verhütung zu beschränkt. Wie soll ich
ihm das erklären? Wir wollten zwar ein Kind, aber nicht, solange er nicht besser
verdient. Naja, jetzt ist es eben passiert. Abtreiben werd´ ich ganz bestimmt
nicht. Aber wenn er mich verläßt!? Welche Chancen hätte ich als alleinstehende
Mutter? Und Mama und Papa... Nein, das kann ich ihnen nicht zumuten.
Warum tut er mir das an? Wenn er doch wenigstens mal etwas sagen würde... Ich
will ihn nicht verlieren.
Ich liebe ihn doch. Irgendetwas muß ich tun. Aber was?
Wie soll ich ihr das bloß
sagen? Seit sechs Wochen schon kann ich ihr nicht mehr in die Augen schauen. Ich
halt das echt nicht mehr aus, diese ganzen Lügen. Sie merkt ja, das was los ist,
sie ist ja nicht blöd. Aber ich kann nicht... Ich verdränge es, ich kann es ihr
nicht sagen. Wo soll das nur hinführen?
Scheiß Laden... und dafür schuftet man sich 3 1/2 Jahre ab. Ich glaub´ es ja
selber nicht. Plötzlich heißt es
"Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu müssen, daß wir die Zahl unserer
Mitarbeiter auf 60% reduzieren werden. Sie, Herr Römer, gehören zu den 40%, die
sich eine neue Beschäftigung suchen müssen. Es ist uns leider nicht möglich...
Bla, Bla, Bla." Mensch, schau mich nicht so blöd an, du doofe Tussi, ich hab´
schon eine Frau. Und bald haben wir den ersten Hochzeitstag. Wieso kann ich es
ihr eigentlich nicht sagen? Sie kennt mich und vertraut mir doch. Aber ich
fürchte, wenn ich so weitermach´, vertraut sie mir nicht mehr. Ich muß es ihr
sagen.
Ich kann keine Nacht mehr schlafen, und ich merke ja, daß auch sie sich unruhig
hin- und herwälzt.
Wenn ich heimkomm´, sag ich es ihr einfach. Ich liebe sie doch. Zu zweit kommen
wir schon durch.
Gott sei Dank haben wir kein Kind zu versorgen.
Da steht sie
jetzt vor mich und schaut mich an. Sie hat ja Tränen in den Augen. Ich muß dir
was sagen, sagt sie leise. Oh Gott, hab´ ich es zu weit getrieben? Hoffentlich
verläßt sie mich nicht. Ich dir auch, antworte ich ihr.
Du zuerst, sagt sie. Sie macht es mir auch nicht leicht. Scheiße, wo soll ich
anfangen? Ich hab´ eine andere Idee, sagt sie. Wir schreiben es auf und tauschen
die Zettel aus.
Jetzt wird´s ernst. Ich will sie nicht verlieren. Was soll ich nur schreiben?
Er kommt zu mir rüber und
gibt mir den Zettel. Ich trau´ mich nicht, ihn aufzufalten. Er liest meinen
schon. Oh, mein Gott, was macht er für ein geschocktes Gesicht. Aber jetzt
beginnt er zu lächeln. Jetzt falt´ ich aber den Zettel auf. Los, mach schon.
Das war´s also
die ganze Zeit. Ich bin ja so froh, daß er mich nicht verlassen will. Was steht
dann da ganz unten? Er leibt mich, immer und ewig, mehr als zuvor. Er kommt auf
mich zu. Ich kann nicht anders, ich muß ihn anlächeln, ich bin so froh.
Sie lächelt mich an. Ist
sie mir nicht böse? Ich trau´ mich nicht weitergehen, ich muß stehenbleiben.
Ich kann´s noch gar nicht glauben, ich werde Vater.
Wieso bleibt er stehen?
Ich glaube, jetzt bin ich dran.
Sie kommt zu mir. Sie
bleibt vor mir stehen. Ich liebe dich auch, sagt sie. Ich kann nicht anders.
Ich muß sie in die Arme nehmen.
Jetzt liege ich in seinen
Armen. Wir werden das schon schaffen, murmelt er in meinen Haaren.
Ich bin so froh, daß ich ihn hab´!
Ich spüre es, sie
verzeiht mir. Ich bin so froh, daß ich sie hab´!
Thema 3: "Bennys Brief"
Ich glaub´ es echt immer noch
nicht. Aber es stimmt.
Ich übernachte bei meiner besten Freundin. Wir unterhalten uns über vieles. Kaum
sind wir mit einem Thema fertig, fangen wir schon mit dem nächsten an. Da
erzählt mir meine Freundin, daß ihr älterer Bruder Benjamin in letzter Zeit
auffallend viel über mich wissen will. Sie meint, er sei offensichtlich an mir
interessiert. Ich tue das mit einem Schulterzucken und einem Lächeln ab, doch
insgeheim ist mir das doch nicht so gleichgültig wie ich tue, da mir Benny ja
auch schon lange gefällt. Nun hat er mich anscheinend doch bemerkt.
Plötzlich geht die Tür auf und die Mutter meiner Freundin kommt herein. Sie
trägt Sandy auf, ihr in der Küche zu helfen. Ich biete meine Hilfe an, aber die
beiden lehnen ab. So beschäftige ich mich eben solange mit Sandys kleiner
Schwester Sophie. Aber Sophie fängt an zu quengeln. Sie will unbedingt mit Autos
spielen. Da aber in ihrem Zimmer so etwas nicht zu finden ist, gehe ich Benny
fragen. Ich lasse Sophie auf dem Boden vor ihrem Bett zurück und steige die
Treppe zu Bennys Zimmer hinauf.
Er sitzt an seinem Schreibtisch und knabbert an seinem Kuli. Ich will mich
gerade bemerkbar machen, da kommt mir eine Idee. Ich schlüpfe hinter die große
Topfpflanze, die Benny in seinem Zimmer stehen hat. Ihre Blätter hängen bis zum
Boden hinunter und bieten so eine großartige Tarnung. Mein hellbraunes T-Shirt
tut noch ein übriges. Benny knabbert nun nicht mehr am Kuli, sondern schreibt
gerade etwas auf ein großes, kariertes Blatt. Ich kann beobachten, wie sich
seine Stirn in Falten legt und er angestrengt nachdenkt. Er hat blondes Haar,
das sich wie ein Helm um seinen Hinterkopf legt. Die schon wieder viel zu langen
Stirnfransen hängen ihm unordentlich in die Stirn. Süß sieht das aus! Gleich
wird er die Haare mit der gleichen Handbewegung, die Sandy immer macht, aus der
Stirn streichen. Da, schon hebt er die Hand. Ich erinnere mich an seine süßen,
blauen Augen. Ja, wirklich, in letzter Zeit schaut er mich immer so strahlend
an. Daß mir das erst jetzt so richtig auffällt? Aber jetzt will ich wissen, was
er da eigentlich macht. Gerade klebt er ein Kuvert zu. Plötzlich steht er auf.
Ich erschrecke und ducke mich, daß er mich ja nicht sieht. Er sucht einen roten
Stift, und da findet er ihn auch. Er geht zurück zum Schreibtisch. Ich richte
mich etwas auf, um alles genau mitzubekommen. Da sehe ich, wie er auf das Kuvert
meinen Namen schreibt.
Jetzt sitzt er schon mindestens fünf Minuten ganz ruhig auf seinem
Schreibtischsessel und starrt zum Fenster hinaus. Hoffentlich tut er bald etwas,
sonst bekomme ich noch einen Krampf. Da steht er auf. Er blickt den Brief in
seiner Hand an und beginnt zu lächeln. Da ist es wieder, sein süßes Grinsen, das
mir an ihm immer schon aufgefallen ist. Er geht aus dem Zimmer. Ich höre ihn die
Treppe hinunterpoltern. Ich bleibe noch kurze Zeit reglos sitzen. Dann beginne
auch ich zu grinsen. Ich schlüpfe aus dem Zimmer und beeile mich, wieder in
Sophies Zimmer zu kommen. Dort finde ich Sophie auf dem Boden liegen. Sie ist
eingeschlafen. Ich betrachte sie kurz, dann lege ich sie in ihr Bettchen. Da
kommt Sandy zur Tür herein.
Sie ist fertig und kann sich wieder mir widmen.
Am nächsten Tag verabschiede ich mich von Sandy und bedanke mich bei ihren
Eltern dafür, daß ich bei ihr übernachten durfte. Dann mache ich mich auf den
Heimweg. Sandy begleitet mich ein Stück, doch sie muß bald wieder umkehren.
Ich
habe kalte Hände und suche in meinen Mantelsäcken nach Handschuhen. Da stoße ich
auf ein Blatt Papier.
Ich hole es heraus und halte Bennys Brief in den Händen.
Ich freue mich unendlich.
Aber was in diesem Brief drinsteht, das geht nur mich etwas an.
Benny wäre es
sicher nicht recht, wenn das alle Welt hier lesen könnte.
(Anm.: Die Namen wurden zwar geändert, etwaige zufällige Übereinstimmungen sind hier jedoch durchaus beabsichtigt)
Zweiter Themenblock
4. "Utopische Erzählung"
5. "Innerer Monolog"
6. Horror Story
Thema 4: "Hilfe, ich bin unsichtbar"
Ich war gerade auf dem Weg von
der Schule nach Hause und lief durch eine enge, dunkle Gasse. Plötzlich hörte
ich jemanden von der anderen Straßenseite flüstern: "He, du, komm doch mal her,
bitte." Ich wußte, daß es leichtsinnig war, aber ich ging wie in Trance über die
Straße. In einem dunklen Hauseingang sah ich erst gar nichts, doch dann ein
winzig kleines, hellgrünes Wesen stehen. Es blickte mich erwartungsvoll an. Als
ich den ersten Schreck überwunden hatte, fragte ich das Wesen: "Was oder wer
bist du?" "Man nennt mich Floh und ich komme vom Planeten Winz im Sonnensystem
Mini", antwortete es. "Ich bin hergekommen, um auszukundschaften, wie es mit den
Bäumen und Blumen auf der Erde steht. Aber seit ich hier bin, habe ich noch
keine einzige Pflanze gesehen." Ich dachte nach. "Warte hier!", sagte ich nach
einer Weil zu Floh. "Ich bringe nur schnell meine Schultasche nach Hause, dann
führe ich dich herum." "Okay", meinte Floh. Als ich wieder zu Floh zurückkam,
war das winzig kleine Wesen sehr aufgeregt. "Ich muß weg, zurück auf meinen
Planeten!" rief es mir schon von weitem zu. "Warum?", fragte ich. "Auf Winz ist
eine Katastrophe ausgebrochen, ich soll sofort zurückkommen. Meine Leute
brauchen mich", erklärte mir Floh. "Aber ich kann dieses Buch nicht mitnehmen!
Die ausgelaufene Salzlösung würde es sofort zersetzen und es sind sehr wichtige
Aufzeichnungen. Ein Viertel unseres gesamten Pflanzenbestandes wurde schon
ausgerottet. Weißt du, es ist ein Wiederaufforstungs- und
Wiederbepflanzungsprogramm. Kannst du es für mich aufbewahren? Ich komme auch
sicher in zwei Wochen irdischer Zeit wieder und hole es ab." "Klar, mache ich",
stimmte ich zu. "Darf ich dich mit diesem Spray einsprühen?" sprach Floh weiter,
"ich weiß nämlich nicht, ob ich dich sonst je wiederfinden werde. Die
Orientierung da oben ist so schwer, aber mit diesem Spray finde ich dich sicher.
"Was bleibt mir anderes übrig", seufzte ich und ließ mich von Floh einsprühen.
Eine rote Wolke umschloß mich, doch die lichtete sich nach und nach wieder. Das
außerirdische Wesen stieg in sein Raumschiff, das die Form einer Nuß hatte, und
rief mir noch zu: "Also Tschüß, bis in zwei Wochen. Und paß gut auf das Buch
auf! Es ist sehr wichtig!" "Bis in zwei Wochen", antworte ich noch, "und viel
Glück!" Doch das Raumschiffchen war schon verschwunden.
Ich ging nach Hause. Das Buch trug ich fest an mich gepresst. Doch irgendetwas
erschien mir seltsam. Ständig rempelten mich Leute an, die sich dann verdattert
umblickten. Ich versuchte ihnen auszuweichen, doch manchmal gelang mir das
nicht. Ich kam zu einer Straßenkreuzung, wo gerade grün war, die Autos aber
abbogen und vor dem Zebrastreifen, über den ich gerade ging, anhalten mußten.
Die anderen Leute hatten schon fast die halbe Kreuzung überquert. Ich beeilte
mich, ihnen nachzukommen, als plötzlich ein Fahrzeug in rasantem Tempo um die
Ecke schoß. Mit einem schnellen Sprung zurück zum Gehsteig konnte ich mich vor
einem Zusammenprall retten. "Der Fahrer wird mich nicht gesehen haben", dachte
ich mir. Ich lief weiter und kam an einem großen Schaufenster vorbei, wo viele
Spiegel in verschiedenen Größen ausgestellt waren. Ich ging vorbei und warf
einen kurzen Blick hinüber in die Spiegel. Erst nach einigen Schritten wurde mir
bewußt, daß ich nichts von mir in den Spiegeln gesehen hatte. Ich blieb stehen,
trat einige Schritte zurück vor das Schaufenster und starrte in einen besonders
großen Spiegel, der genau vor mir hing. Nichts! Einfach nichts!
Da ging mir ein Licht auf. Flohs Spray hatte mich unsichtbar gemacht. Zuerst
fand ich das lustig, aber je näher ich unserem Haus kam, desto mulmiger wurde
mir zumute. Schließlich stand ich vor dem Haustor und wußte nicht, was ich tun
sollte, weil ich den Schlüssel vergessen hatte. Zum Glück ging gerade die Tür
auf, und ich trat in den Hausflur. Ich läutete n unserer Tür. Meine Mutter
öffnete sie. Ein erstaunter Ausdruck trat auf ihr Gesicht. Sie trat einen
Schritt vor und ich schlüpfte hinter ihr in die Wohnung. Sie warf einen Blick
auf die Uhr. Dann schloß sie die Tür. "Mama?", fragte ich hoffnungsvoll. Aber
sie schien mich nicht zu hören. Ich ging in meinZimmer, legte mich auf mein Bett
und schlief ein. Nach einigen Stunden, es war schon nach zwei Uhr, wachte ich
auf. Ich hörte meine Mutter weinen. Mein Vater versuchte sie zu beruhigen. Ich
ging hinüber zu ihnen. Hilflos mußte ich zusehen, wie meine Mutter die Polizei
rief. Nun wurde ich also gesucht, obwohl ich daheim war. Ich wußte nicht, was
ich tun sollte. Die nächsten zwei Wochen verbrachte ich daheim und im Bett. Ich
war sehr unglücklich, hörte meine Mutter weinen und konnte nichts dagegen tun.
Vom Spazierengehen hatte ich genug, weil ich schon dreimal fast überfahren
worden war und schon überall blaue Flecken und Beulen hatte, weil mich ständig
die Leute über den Haufen rannten. Nach diesen zwei Wochen war ich nur mehr ein
Häuflein Elend. Ich lief, ja rannte in die kleine, dunkle Gasse, in der ich Floh
getroffen hatte. Und zu meinem Glück war Floh schon da. Floh reichte mir ein
Stück Raumseife, und ich warf dem Wesen sein Buch zu. Dann verabschiedeten wir
uns. Floh dankte mir sehr, daß ich auf das Buch aufgepasst hatte. Ich war sehr
froh darüber, daß diese 2 Wochen vorbei waren und ich war Floh außerordentlich
dankbar, daß er pünktlich war. Viel länger hätte ich meinen gegenwärtigen
Zustand nicht ausgehalten. Ich winkte Floh nachzu. Dann lief ich nach Hause,
stellte mich unter die Dusche und wusch mir Flohs Mittel vom Körper. Das Wasser
färbte sich blutrot und klarte sich nach und nach wieder. Doch ich wurde wieder
sichtbar und genoß den Anblick meines Gesichtes im Badezimmerspiegel. Was war
ich erleichtert. Meine Familie war sehr froh, daß ich wieder da war, obwohl ich
eigentlich ja nie weg gewesen war. Ich erzählte keinem etwas von Floh, weil mir
sowieso keiner geglaubt hätte.
Aber ich wußte nun, daß es Außerirdische gibt.
Thema 5: "Das Foto"
Hey, was man da nicht alles
findet. Das hab ich ja schon ewig nicht gesehen. Hmmh, wie lieb er da ausschaut.
So, als könnte er nicht bis drei zählen. Also wie man sich täuschen kann. Na ja,
als das Foto gemacht wurde, war er ja auch noch jünger. Es wurde zwei Jahre
bevor ich ihn kennengelernt habe aufgenommen. Das hat er mir erzählt, kurz bevor
ich es ihm geklaut habe. Geklaut? Eigentlich nicht. Moment, wie war das doch
gleich? Ja, ich wollte wissen, ob er das noch braucht, und er hat gefragt, ob
ich´s haben will. Da hab´ ich ihm´s dann einfach weggenommen, und von diesem
Zeitpunkt an den Typen auf diesem Foto in der Schule als meinen Freund
ausgegeben, obwohl ich ja gar nicht mit ihm zusammen war. Noch nicht!
Eine Zeitlang ging´s so weiter. Wir waren gute Freunde, haben öfter miteinander
rumgeflirtet, aber ansonsten...
Ich hab ja nicht gewußt, welche Gedanken in seinem Kopf herumspuken, sofern da
überhaupt irgendwelche Gehirnzellen ihre einsamen Kreise ziehen. Ich hab´ ihn
halt sehr gern gehabt damals.
Aber da bin ich erst draufgekommen, als ich ihn meiner Freundin um jeden Preis
ausreden wollte. Ich wollte ihn für mich allein. Ich kann mich noch gut
erinnern, wie ich an diesem einen Abend im Sommer im Gras gelegen bin und in den
Himmel geschaut hab´. Es war eine klare Nacht, und der Himmel war mit Sternen
übersät. Ich bin ganz melancholisch geworden von dem Anblick, und plötzlich hab´
ich eine Sternschnuppe gesehen. Ich hab´ die Augen zugemacht und mir gewünscht,
daß er endlich mein Freund wird. Drei Monate später war er´s dann. An dem Abend
und schon einige Abende vorher war er ständig in meiner Nähe. Er hat mich auch
öfters umarmt oder meine Hand genommen. Wir haben uns unterhalten und
schließlich hat er mich heimgebracht. Ich hab ihn gefragt, ob er noch mitkommen
will, und er hat "Klar" gesagt. In meinem Zimmer haben wir Musik gehört. Was
war´s denn eigentlich? Kuschelrock, glaub´ ich, oder? Ja, ich glaub schon... Die
dritte, weil ich die damals grade neu hatte.
Ja, ich weiß noch alles genau. Ich bin am Fensterbrett gesessen, im zweiten
Stock, und er hat mich festgehalten. Wir haben über viel Persönliches gequatscht
und dann... Hmmh, ja dann hat er mich geküßt.
Ich hab´ mich an ihm festgehalten, und es war schön. Nach diesem Kuß hatte ich
mich schon lange gesehnt.
Und es war ja auch für ihn schön, nehm´ ich an. Warum hat er das dann getan? Ich
glaub´, das weiß er nicht mal selbst. Er konnte mir ja auch keinen Grund... na,
is´ ja egal. Wieso sollte ich mir jetzt noch Gedanken drüber machen. Es ist
vorbei. Außerdem hat er mir ja unter anderem auch vorgeworfen, daß ich alles
immer so genau wissen will. Und?! Hat er was zu verbergen? Vermutlich. Na ja,
vielleicht ist es besser so. Wer weiß, was mir noch bevorgestanden wäre. Nachdem
es aus war, hat er mich auch noch einige Male angerufen. Ich weiß nicht warum
und ich werd´ ihn sicher nicht fragen. So sehr interessiert mich meine
Vergangenheit auch nicht. Ich blicke in die Zukunft. Schade, wir hätten so viel
gemeinsam ausprobieren und erleben können. Wahrscheinlich sollte ich ihm sogar
dankbar sein, daß er so gemein war...
Möglich, denn sonst wäre ich jetzt vielleicht nicht mit meinem Freund zusammen,
den ich nicht mehr hergeben will, denn wir beide haben schon sehr viel gemeinsam
ausprobiert und erlebt.
(Anm.: Die Geschichte "Das
Foto" handelt im Grunde von 3 verschiedenen meiner verflossenen Liebschaften
kurz vor und während der Pubertätszeit.)
Thema 6: "Bats"
Vorgabe: "Write a horror story
which contains the following sentence:
"And just when I was about there, trying to crawl out, a guy behind me grabbed
me and ..."
Julia had visited friends and
was on her way home , when her car broke down. It was an isolated country road
and Julia hadn´t met any other car for hours.
it was raining hard and Julia didn´t know what she should do. She sat in her car
when suddenly someone opened the door. "Are you lost?", a woman wanted to know.
Julia was so frightened, that she couldn´t say a word. The woman looked at her
kindly.
She had large, green eyes and wore a long, blue old-fashioned overcoat and a
scarf round her neck.
"Do you know where I can find a phonebox?", Julia asked finally.
"I´ll take you to a close house", the woman answered, "you can phone from there."
She turned and began to walk very fast. Julia had to run to catch her up. The
house was quiet and dark. The woman went straight to the front door and knocked
loudly. Julia heard someone coming down the stairs. An old grey-haired man
opened the door. He looked at her and expected that she would say something.
Julia also waited.
But nobody sail anything and Julia realized that she was alone. The woman wasn´t
there.
A small bat flapped around her. "My car broke down", Julia stammered, "may I use
your telephone?"
"Come in", the old man answered, "it´s not a night to be outside." Julia entered
the house. "You must be exhausted. You can sleep in this bedroom upstairs", the
old man said. He opened the wardrobe.
"These are my wife´s clothes, they should fit you." Then he left her alone. She
opened the wardrobe again. There was a blue overcoat. Julia touched the coat. It
was wet. In her room Julia found a photograph of the woman who had brought her
to the house. "She must be his daughter", Julia thought before she fell asleep.
when she woke up the old man was making tea and expected her to have dinner. "You
have slept so long", he explained. "May I use your telephone, please?", Julia
asked. "I´m sorry, but the storm last night damaged ist", the old man answered.
"Do you want to stay here this night?", he wanted to know. Julia was happy, that
he was asking her to stay, because she didn´t know, what she should do. When
Julia asked him where his daughter was, the old man answered that he didn´t have
any children. When Julia wanted to know who the person on the photograph was,
the old man told her that this was his wife who had disappeared 20 years ago.
" But 2 weeks ago", he continued", "she returned." Julia opened her eyes wide.
"My wife isn´t a human creature anymore. She didn´t want to be alone anymore and
now she has come back to change me in a creature like her."
"Do you want to become a creature like her?", Julia asked charily. "I´m 87 years
old and don´t expect anything from life anymore." Julia wanted to know
which kind of creature his wife was.
A small bat flapped through the room and suddenly the woman who had brought her
to the house was standing in the room. She started to talk.
"One day i went for a walk at a cemetery", so she told Julia, "and suddenly I
fell into a hole. I wanted to crawl out and just when I was about there, trying
to crawl out, a guy behind me grabbed me and the world grew dark. I woke up a
long time after and felt really different. First I couldn´t understand anything
but after a while I realized that I had become a vampire." Julia was frightened.
"Why did you tell me that?", she asked nervous.
"Because that´s your future", the woman answered and raised her shoulders.
"No!", Julia screamed.
But she wasn´t able to move. Suddenly she began to feel tired and before she
fell asleep she saw the woman grinning at her and realized her large, sharp
teeth.
When Julia woke up she sat in
her car. She thought that it had only been a dream, started the car and drove
on.
She couldn´t see the two small bats, which flapped off through the night behind
her.
Julia saw a hitchhiker near the road. She tasted blood on her lips and felt her
own sharp teeth.
Then she started to grin and stopped the car.
(Anm.: Diese Geschichte ist
die teilweise Reproduktion einer Erzählung, die ich einst las und beinhaltet
einige Sequenzen der "Rocky Horror Show". Ein bis zwei Sätze sind auch aus der
vorangegangenen "Listening Comprehension" geklaut.
Dazu kommt subtiles,
schriftstellerisches Geschick und Phantasie.)