
Die Sache mit der schwarz-weißen Katze
Es gab eine Zeit, wo ich überall eine schwarz-weiße Katze aus dem Augenwinkel sah, auch dann wenn die Möglichkeit, dass da wirklich eine wäre, komplett ausgeschlossen war.
Als
sie zum ersten Mal auftauchte, war ich zuhause. Wir wohnten in einer Wohnung im 2.
Stock einer kleinen Siedlung von nicht hohen Häusern mit Balkon in einem
Randbezirk einer großen Stadt.
Wie Sie sich wohl denken können, hatten wir zuhause keine Katze. Ich saß auf dem
Boden in meinem Zimmer und übte Gitarre, als ich plötzlich draußen im Flur eine Katze sah,
die mich beobachtete, doch als ich den Kopf
wendete, war keine da.
Einmal ging ich an der Wohnung eines Freundes vorbei,
die im Erdgeschoss lag und am Fenster rekelte sich eine schwarz-weiße Katze. Ich fragte
ihn beim nächsten Wiedersehen sofort nach der Katze, doch er meinte nur
verwirrt, dass ich doch wisse, dass er auf Tierhaare allergisch sei.
So
ging es immer weiter, ein sonderbares Zusammentreffen nach dem anderen, doch mit
der Zeit gewöhnte ich mich daran und zweifelte nicht mehr an meinem
Geisteszustand. Trotzdem war ich sehr froh, als ER sie dann letzten Endes auch sah.
Sie müssen wissen, ich hatte einmal einen schwarz - weißen Kater, der allerdings nur einige Monate mein Leben teilte, mit dem mich aber trotzdem eine besondere Beziehung verband. Doch erst viele Jahre nach seinem Tod erschien mir dieses schwarz - weiße Phantom, das ich nie fassen konnte, sah ich doch den Schatten nie direkter als aus dem Augenwinkel, obwohl ich glaubte, ihn als meinen damaligen Kater identifizieren zu können. Doch das war ein Irrtum.
Ja, bevor Sie
fragen, ich bin leicht übersinnlich begabt.
Vor allem in meiner Kindheit häuften sich so genannte Phänomene in meiner
Umgebung, die oft aber nur mir selber auffielen. Während der Pubertät nahm die
Häufigkeit dieser Begebenheiten langsam ab und seit ich erwachsen bin, passiert
mir nur noch selten, dass ich eine übersinnliche oder unerklärbare Wahrnehmung
habe. Ich habe kaum jemals mit jemandem darüber gesprochen und wenn ich es tat,
bekamen die betreffenden Personen meist nur Teile des gesamten Sachverhalts zu hören.
Ich bemerkte bald diese besondere Intuition, die mich manchmal überfällt und ich instinktiv
in einer Situation das
richtige tue oder, wenn ich eine Eingebung überhöre oder absichtlich
übersehe, die Situation in irgendeiner Weise eskaliert. (sie haben ja
Phantasie, also muss ich das nicht näher ausführen)
Weiters hatte ich die Gabe (oder vielleicht ist es auch ein Fluch), manche Personen,
die ich neu kennen lernte, spontan als mir lieb und teuer oder eine
unerklärliche Abneigung ohne besonderen Grund zu empfinden und so kam es, dass
ich diesen Leuten gegenüber immer besonders vorsichtig und verschlossen war.
Zudem war es auch oft so, vor allem
als ich noch ein Kind war, dass sich diese Personen hinterher wirklich als verschlagen und hinterhältig herausstellten und
somit eine gewisse Gefahr für mich oder meine Familie bedeuteten.
Es war keine Angst, die ich vor diesen Leuten hatte, ich spürte nur irgendetwas,
was nicht zu ihrem äußeren Auftreten passte, was mich dazu veranlasste, ihnen zu
misstrauen. Kinder sind in vielen Dingen dieser Art meist
einfühlsamer als wir es sind.
Meine Großmutter lernte sehr bald, meinen Urteilen über andere Menschen zu
vertrauen, sie nannte es "gute Menschenkenntnis", und wenn ich ihr vertrauensvoll in meiner kindlichen Unschuld ins Ohr
flüsterte: "ich mag den ... nicht", war sie überzeugt, dass etwas nicht stimmte.
Vielleicht konnte auch sie
bestimmte Schwingungen wahrnehmen, leider haben wir kaum jemals darüber
gesprochen. Auch heute noch hat mich diese besondere
Begabung nicht verlassen und ich kann mich auf mein Urteil meist verlassen.
Sie kennen den Ausdruck Déjà vu? Eher weniger oft komme ich irgendwohin und alles scheint mir sehr vertraut, häufiger allerdings tritt es auf, dass ich in einer bestimmten Situation weiß, was passiert (ist), wenn ich so oder so reagiere und reagiere bewusst anders, um den Ausgang der Situation verändern zu können.
Über einen ziemlich langen Zeitraum träumte ich manchmal von Begebenheiten, die sich dann in den nächsten Tagen wirklich erfüllten oder die ich, wenn sie eine Gefahr für mich bargen, zu verhindern versuchte, indem ich zum Beispiel Örtlichkeiten, wo sich die geträumte Sequenz abgespielt hatte, mied wie der Teufel das Weihwasser, wie man so schön sagt.
Einmal, in jüngerer Vergangenheit, hatte ich eine Vision, und ja, ich bin
sicher, dass ich da nicht träumte, weil es mitten in einem Gespräch passierte.
Ich sah plötzlich vor mir einen hellblauen Autobus, der gerade einen Mann
rammte, der kopfüber in ein nahes Rasenstück geschleudert wurde und dann hatte
ich nur noch einen braunen, ziemlich großen Männerschuh im Blick, dessen genaue Größe ich
jedoch nicht erkennen
konnte. Ich weiß bis heute nicht, ob sich diese Sequenz in dem
Moment abspielte, wo ich sie sah oder ein vergangenes oder zukünftiges Ereignis
darzustellen versuchte, schon allein, weil es in unserer Stadt keine hellblauen
Autobusse gibt. Ich kann mich erinnern, dass ich mich plötzlich wieder mitten im
Gespräch befand und meine Gesprächspartnerin verwirrt bat, zu wiederholen, was
sie gerade gesagt hätte. Nebenbei gesagt warnte ich viele meiner männlichen Bekannten
mit ungefähr passender Schuhgröße vor hellblauen Autobussen.
Im Alter von ungefähr 4
Jahren fiel ich beim Spielen mit dem Kopf auf harten Beton und verlor das
Bewußtsein.
Ich weiß nicht wie lange, ich weiß nur, dass ich auf dem Schoß
meiner Eltern auf einer harten Parkbank wieder zu mir kam.
Ich erzählte, was ich gesehen hatte und vergaß es.
Einige Jahre später, als ich im Fernsehen einen Bericht über todesähnliche
Erfahrungen sah, erinnerte ich mich wieder und fragte meine Mutter, was ich ihr
damals erzählt hatte.
Alles war schwarz geworden, ich sah ein Licht und ging auf das Licht zu,
doch als ich es erreicht hatte, flog ich plötzlich.
Ich schwebte frei
aufwärts durch Wolken, wie in einem Aufzug und kam über den Rand einer
Plattform, wo mich jemand begrüßte. Im Hintergrund sah ich kleine, schemenhafte
Silhouetten, die mir freundlich zuwinkten, doch noch war keiner der Menschen,
die ich kannte und liebte gestorben und so konnte ich niemanden erkennen. Trotzdem
fühlte ich mich aufgehoben, frei und ohne Angst. Ich war geborgen und unbekümmert und wollte
auch da bleiben, doch der Jemand der mich begrüßt hatte, lächelte und schüttelte
den Kopf. "Nein, du kannst noch nicht bleiben, es ist noch zu früh für dich".
"Nein, ich bleibe aber da", erwiderte ich so trotzig, wie ich damals war. "Deine
Eltern brauchen dich noch, sie warten auf dich", meinte der Jemand. Ich erinnerte
mich und plötzlich schwebte ich wieder, doch diesmal abwärts. Die Silhouetten
winkten mir zum Abschied und sie und der Jemand verschwanden in den Wolken. Ich
kam dann unten in meinem schmerzenden Körper auf der harten Parkbank an.
Glauben Sie mir, ich kenne alle wissenschaftlichen Erkenntnisse über Todeserfahrungen und
Botenstoffe im Gehirn und ähnliches, Sie brauchen mir nichts erzählen.
Doch ich war weit entfernt vom Tod, denke ich und woher sollte ein vierjähriges Kind so viele Details kennen?
Auch über Seelen und Geister
kann ich berichten, wenn auch nicht viel.
Mir erschien meine Oma, einige Nächte bevor sie verstarb, als sie
nach einem Schlaganfall im Krankenhaus im Koma lag und sie wünschte mir alles Gute.
Sie lächelte, war in weißes Licht getaucht und schien zu schweben. Ich wusste nun, sie würde bald sterben und sie starb auch einige Tage später.
Ich war 11 Jahre alt.
Meine Mutter erzählte mir einmal in einer stillen Stunde vom "Besuch" ihres
Cousins bei ihr in der Nacht, in der er starb. "Als wollte er sich von mir
verabschieden", meinte sie.
Auch meine Großmutter bekam einige Zeit nach dem Tod ihrer Mutter Besuch. Sie vermutete
ihre Mutter hinter der Präsenz, die sie bald als Belastung empfand und wieder
loswerden wollte, wusste aber nicht, wie sie damit umgehen sollte, um nicht in
ihrem kleinen Dorf am Land als wunderlich abgestempelt zu werden. Sie
erzählte mir schließlich, sie spüre die Anwesenheit ihrer Mutter, wüsste aber
nicht, was diese von ihr wolle und da sie ihrer Mutter einige Sachen nie gesagt
hatte und noch Klärungsbedarf bestand, gab ich ihr den Rat, die Erscheinung einfach zu fragen, was sie denn wolle. Das
tat sie dann auch und redete sich alles von der Seele, was sie ihrer Mutter
nie sagen konnte und nach einer gewissen Zeit tauchte die Erscheinung nicht mehr
auf.
Möglicherweise vererbt sich diese Gabe nur an den weiblichen Zweig einer Familie
oder aber die Männer weigern sich, darüber zu sprechen, verwundern würde mich das
nicht.
Ich kann mich noch
erinnern, wie ich mich während der ersten Küsse, die ich bekommen habe, aus
meinem Körper entfernte und plötzlich von außen zuschaute. Ich muss ungefähr
acht gewesen sein, als ich dastand, kurzzeitig, und uns beobachtete. Doch nahezu
sofort befand ich mich wieder mitten in der Situation und konnte mir nicht
erklären, was eigentlich passiert war.
Ein anderes Mal, Jahre später, stand ich plötzlich wieder "neben mir" und ich weiß
noch, wie ich mir dachte, wie hübsch doch sein hellblondes Haar mit meinem
dunkleren harmonierte. So etwas passierte mir noch ein- zweimal in anderen
Situationen, aber ich vergaß es ziemlich bald, und erinnerte mich erst, als ich
im Fernsehen einen Bericht über Astralwanderung sah. Doch so sehr ich mich auch bemühte, diesen
Zustand bewusst herbeizuführen, es klappte nicht.
Experimente trieb
ich dann mit anderen Dingen.
Kaum in der Pubertät fand ich im Bild der Hexe mein Ideal, an dem ich mich
orientieren wollte, weil ich
in den
Hexen starke Frauen sah, die sich niemals unterkriegen lassen würden und ihnen
geheimnisvolle Kräfte zuschrieb, die ich gerne für mich selber nutzen wollte.
Ich
gewöhnte mir an, jedem immer direkt in die Augen zu schauen und machte die
Erfahrung, dass mich viele Menschen zwar als offen und ehrlich empfanden, sich
aber doch in meiner Gegenwart oft unwohl und durchschaut fühlten. Die
pubertierende "Hexe" in mir mochte zwar dieses Gefühl von Macht, aber gerade in
diesem Alter braucht man Anerkennung mehr als alles andere und irgendwann gab
ich ich dieses
Verhalten auf und griff nur noch in Situationen darauf zurück, wo ich gezwungen
war, in die Offensive zu gehen, um mich zu wehren.
Vielleicht die moderne Form des "bösen Blicks"?
Ich las später in
einem Buch über diese psychologische Form der Abgrenzung und setze dieses
"mustern" heute ab und zu ein, um mich sicherer zu fühlen oder zu
provozieren.
In
dieser Zeit der Pubertät beginnt jeder auszuprobieren und zu provozieren.
Ich las alles, was ich über
Suggestion, Willenskontrolle, Gedankenübertragung und Beeinflussung des Geistes
in die Hände bekommen konnte
und beschäftigte mich auch ein wenig mit sogenannter schwarzer Magie. Ich war
immer ein schüchternes, eher introvertiertes Mädchen, doch in dieser Zeit und
mit der näheren Beschäftigung mit diesen Themen, lernte ich, mir mehr
zuzutrauen, auf Menschen zuzugehen und wurde dadurch auch immer extrovertierter,
zugänglicher und selbstsicherer im Umgang mit neuen Menschen.
Ich
experimentierte, glaubte jedoch nie daran, wirklich
eine gewisse Macht zu
haben und Mächte beeinflussen zu können.
Doch dann
passierten einige sonderbare Dinge.
Meine Phantasie und
Einbildungskraft ist sehr weit ausgeprägt und ich stellte mir mehr als einmal
die Frage, ob ich mir manches nicht nur einbildete, da ja schließlich auch viele
Versuche der Beeinflussung scheiterten. Doch urteilen Sie selbst.
Nachdem mich mein erster richtiger Freund verlassen hatte, empfand ich
Liebeskummer und starke Gefühle der Rache. Ich verbrannte sein Bild gemeinsam
mit einigen seiner Haare und ein paar ausgewählten Kräutern und verstreute die
Asche an einem unserer Lieblingsplätze, während ich den "Wunsch" aussprach, er
möge bald genau solche Schmerzen fühlen wie ich in dem Moment.
Er sollte sehen, wie es ist, verlassen zu werden. Zwei Monate später trennten
sich seine Eltern, die er beide sehr liebte und sein Vater ging ins Ausland.
Einmal auf dem Weg nach Hause bemerkte ich eine Mutter, die ihr Kind nach meinem
Ermessen gemein und ungerecht behandelte. Sie schimpfte die ganze Zeit wegen
einer schlechten Note und zog das Mädchen hinter sich her und als sich das
Mädchen losriss, bekam es eine Ohrfeige. Ich empfand starke Gerechtigkeitsgefühle und Solidarität gegenüber dem Kind.
Ich formulierte in meinem Kopf den Wunsch, die Mutter möge doch auf die Nase
fallen.
Ich fokussierte ihren Rücken, während sie immer noch schimpfte und malte mir in
meinem Kopf aus, wie sie stolperte. Wahrscheinlich war es Zufall, dass der Boden
uneben war und feuchte Blätter unter den Bäumen verteilt waren. Sie fiel und
verletzte sich die Hand.
In der Schule bekam ich in Mathematik einen Lehrer, der die guten Schüler
bevorzugte und die schlechteren vernachlässigte, was ich als sehr ungerecht
empfand, zumal Mathematik nicht mein bestes Fach war. Meine Wut auf ihn wurde
immer größer und ich beschloss, eine Voodoopuppe herzustellen, obwohl ich gar
nicht daran glaubte, dass das irgendeine Auswirkung haben könnte.
Er hatte immer eine Haarbürste dabei und da ich meinen Platz in der Nähe des
Lehrertisches hatte, hatte ich einmal die Gelegenheit, während ich meinen
"heruntergefallenen" Kugelschreiber suchte, einige Haare aus der Bürste, die in
seiner offenen Tasche steckte, die neben dem Pult stand, zu ergattern.
Ich möchte hier jetzt keine Anleitung zum Bau einer solchen Puppe geben, die
Gründe dafür werden Sie sicher verstehen.
Ich stach mir in den Finger und benutzte die schwarze, blutige Stecknadel dann
für die Puppe.
Ich stach sie ihm (nein, der Puppe) von oben mitten in den Kopf. Ich genoss das
Gefühl der Überlegenheit über ihn, dachte jedoch nicht über mögliche
Auswirkungen nach und vergaß die Nadel im Kopf der Puppe bis zum nächsten
Morgen.
Am nächsten Tag kam er in die Klasse und wirkte ziemlich unausgeschlafen, war
jedoch grantig und überheblich wie eh und je. Doch als die Klasse einmal
besonders laut war, beschwerte er sich mit der Aussage, er hätte sowieso die
ganze Nacht Kopfschmerzen gehabt.
Ich redete mir ein, dass seine Kopfschmerzen nichts mit der Puppe zu tun hatten,
denn ich wollte ihm ja nicht wirklich Schaden zufügen.
Doch dann rief er mich an die Tafel und als ich es nicht schaffte, zu einer
Lösung zu kommen, bekam ich 10 Zusatzaufgaben zum Stoffnachholen, wie er sich
ausdrückte. Ich war rasend vor Wut, als ich nach Hause kam. Ich spürte kaum den
Schmerz als ich mir in die Hand stach und die 5 schwarzen Nadeln mit meinem Blut
benetzte und platzierte sie in der Stirn, den Händen und den Füßen der
Puppe. Das folgende Wochenende war toll, weil mein großer Cousin auf Besuch kam und
mich in den Prater und zum Schwimmen mitnahm und ich dachte nicht mehr an den
Lehrer.
Als ich aber nach dem Wochenende wieder in die Schule kam, erfuhr ich schon vor
dem Schultor von seinem Autounfall am Samstag Abend.
Ich erschrak furchtbar, wollte
aber doch an einen Zufall glauben und versuchte,
nicht an die Puppe zuhause im Schrankversteck zu denken. Doch im Laufe des
Vormittags bekam ich große Angst vor mir selber, schwänzte die letzte Stunde und
lief nach Hause. Ich
zog die Nadeln heraus und habe so etwas
nie, nie wieder gemacht. Er überlebte, erholte sich jedoch nur langsam von
seinem Schädel-Hirn-Trauma und seinen Knochenbrüchen und kam lange Zeit nicht in
die Schule zurück.
Sicher denken Sie jetzt an Einbildung und pubertierenden Größenwahn.
Ich glaubte jedoch an keinen Zufall mehr und diese Geschichte prägte mich und war
zum Beispiel auch der Grund, warum ich in der Zeit, als sich die "Geisterbeschwörungen" in
unserer Umgebung häuften, mich lieber nicht darauf einlassen wollte und
die kleinen Spötteleien meiner Klassenkameraden und Freunde mit Gelassenheit
ertrug. Ich wusste, was möglicherweise passieren konnte und wollte kein Risiko
eingehen.
Ebenso war ich vorsichtiger beim Wünschen (und Verwünschen) geworden, da ich mir
einbildete, dass manches, egal ob gut oder böse, manchmal nur durch bloßes Daran-denken in Erfüllung ging.
Es gibt Zeichen des
Schicksals, da bin ich mir ganz sicher.
Es ist noch nicht sehr lange her, als ich mich in einer leichten Krise befand,
die sich dadurch äußerte, dass ich mich in depressiver Stimmung zuhause einigelte, keine Lust
hatte etwas zu unternehmen, niemanden sehen wollte und wirklich nur das
allernötigste außerhalb des Hauses erledigte, obwohl ich eigentlich ein sehr
kontaktfreudiger Mensch bin. Ich hatte mich einige Zeit mit Tarot und Wahrsagen
beschäftigt und betrachtete das Kartenlegen als zeitweiligen witzigen
Zeitvertreib, ohne jeglichen Wahrheitsanspruch. Eines Tages, als ich gerade
wieder ein Treffen mit einigen Freunden aufgrund vorgeschobener, plötzlich
starker Kopfschmerzen verschoben hatte, fiel mein Blick auf das Päckchen Karten.
Spontan begann ich, mir die Karten zu legen und als ich die Karte auswählte, die
meine persönliche gegenwärtige Position bestimmen sollte, zog ich den Eremit.
Ich dachte mir, "wenn das jetzt schon in den Karten steht, musst du was dran
ändern", überwand mich und ging doch zum Treffen mit meinen Freunden.
Einmal wollte ich, gemeinsam mit einer Freundin, versuchen, uns gegenseitig einen Traum zu schicken. Wir beschlossen, an einem bestimmten Abend zu bestimmter Uhrzeit ganz fest aneinander und an etwas zu denken, was wir natürlich vorher aufgeschrieben hatten und der jeweils anderen in den Traum schicken wollten. Der Part der Empfängerin beinhaltete unter anderem eine detaillierte Auflistung des Geträumten. Nun, was soll ich Ihnen noch erzählen, erstaunlich, es klappte.
Vor längerer Zeit in einer
Julinacht, als ich mit Freunden Campen war, lag ich allein vor dem Zelt im Gras
und beobachtete die Sterne. Für diese Nacht war ein Sternschnuppenregen
vorhergesagt worden und da ich einige wichtige Wünsche hatte, die es zu erfüllen
galt, dachte
ich, die Gelegenheit nutzen zu müssen, vor allem weil diese Nacht unweigerlich
romantisch war. Ich wünschte mir nämlich jemanden, der Nächte wie diese mit mir
teilte und hatte auch genaue Vorstellungen davon, wie ER sein sollte. Bei jeder
der wirklich tollen großen Sternschnuppen präzisierte ich meinen Wunsch.
Doch als mir bewusst wurde, dass ich mit diesen Erwartungen nie einen passenden
Freund finden würde, beschränkte ich mich lieber auf die mir wirklich wichtigen
Einzelheiten und revidierte zum Beispiel den Wunsch nach einem Hund und einem
eigenen Auto.
So wünschte ich mir eine längere Beziehung mit einem blonden Mann, der größer,
älter und erfahrener als ich war, intelligent und selbstbewusst, einfühlsam und
romantisch.
Zwei Monate später traf ich die Liebe meines Lebens.
Nun, was denken Sie?
War das alles Einbildung, Zufall, Phantasie, die Wahnvorstellung eines
verwirrten Gehirns?
Nun, Sie können natürlich glauben, was Sie wollen.
Aber ich fürchte, ich bin zu
weit abgeschweift.
Eigentlich wollte ich ja die Geschichte der schwarz-weißen Katze erzählen ...